Presseerklärung der Aktionsgemeinschaft “Hände weg von Os/Ka” vom 18. Januar 2026
Fluglärm und Sicherheitsrisiken im Ostfeld: Neue Erkenntnisse stellen gesamte Planung infrage
Die geplante Bebauung des Ostfelds gerät weiter ins Wanken. In der Ortsbeiratssitzung Mainz-Kastel am 13. Januar 2026 hat der Fluglärm- und Luftfahrtexperte Michael Dirting neue fachliche Erkenntnisse vorgestellt, die erhebliche Zweifel an den bisherigen Annahmen zur Eignung des Ostfelds als Wohnstandort aufwerfen.
Dirting machte deutlich, dass die offiziellen Berechnungen zu Fluglärm, Überflughöhen, Flugrouten und Sicherheitszonen rund um das US-Army-Airfield Erbenheim auf unvollständigen oder veralteten Grundlagen beruhen. Insbesondere die tatsächlichen Flugbewegungen, geänderte Korridore, niedrige Überflughöhen sowie die Ausdehnung von Unfall- und Gefahrenzonen seien bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden.
„Wir reden hier nicht über theoretische Randfragen, sondern über reale Belastungen und Sicherheitsrisiken für künftige Bewohnerinnen und Bewohner“,
Michael Dirting in der Sitzung des Ortsbeirats
„Die vorliegenden Daten zeigen, dass große Teile des Ostfelds regelmäßig überflogen werden und dass die geltenden Annahmen zu Lärm und Gefährdung die tatsächliche Situation beschönigen.“
Der Ortsbeirat Mainz-Kastel hat den Antrag der AUF-Fraktion zur Klärung dieser Risiken mehrheitlich beschlossen. Damit wurde erstmals offiziell anerkannt, dass die neuen Erkenntnisse politisch aufgearbeitet werden müssen.
Für die Bürgerinitiative „Hände weg von OsKa“ ist das ein zentraler Einschnitt. Mit dieser Presseerklärung meldet sich Renate Hammel erstmals in ihrer neuen Funktion als Sprecherin der Bürgerinitiative zu Wort. Sie macht deutlich, dass die Initiative die nun vorliegenden fachlichen Bewertungen als Wendepunkt in der Ostfeld-Debatte versteht.
„Die Ausführungen von Michael Dirting bestätigen, was wir seit Jahren kritisieren: Die Ostfeld-Planung beruht auf Annahmen, die mit der Realität des Flugbetriebs in Erbenheim nicht übereinstimmen“, erklärt Hammel. „Fluglärm, Überflüge und Sicherheitsrisiken, insbesondere durch Hubschrauber, wurden systematisch verharmlost oder ausgeblendet.“
Nach Auffassung der Bürgerinitiative ist das Ostfeld als Wohnstandort grundsätzlich ungeeignet. „Wenn neue, fachlich fundierte Tatsachen auf dem Tisch liegen, dann darf Politik nicht einfach weitermachen wie bisher“, so Hammel weiter. „Diese Erkenntnisse müssen vollständig, transparent und ergebnisoffen geprüft werden. Alles andere wäre verantwortungslos.“
Besonders kritisch sieht die Initiative, dass zentrale Risiken bislang nicht Bestandteil der offiziellen Gutachten und Abwägungen waren. Damit stelle sich auch die Frage nach der politischen Verantwortung von Magistrat, Land Hessen und den zuständigen Fachbehörden.
„Wir erwarten, dass diese neuen Fakten endlich ernst genommen werden“, betont Hammel. „Es geht um den Schutz der Menschen, um Haftungsfragen und um mögliche erhebliche Folgekosten für die öffentliche Hand. Eine Wohnbebauung unter diesen Bedingungen ist nicht vermittelbar.“
Die Bürgerinitiative fordert daher einen sofortigen Stopp weiterer Planungsschritte, bis die Fluglärm-, Überflug- und Sicherheitsrisiken umfassend neu bewertet wurden. Die Ostfeld-Debatte müsse auf einer ehrlichen und vollständigen Faktenbasis geführt werden – alles andere schade dem Vertrauen in politische Entscheidungen.
Mainz-Kastel, den 18. Januar 2026
Renate Hammel
Sprecherin der Bürgerinitiative Hände weg von OsKa
Anschreiben des Fluglärm- und Luftfahrtexperten Michael Dirting, Dezember 2025 (PDF)

