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Das Hessische Wirtschaftsministerium zum Fluglärm

Das hessische Wirtschaftsministerium gibt zu bedenken:

„Gleichwohl würden sich nach den von uns vorgenommenen abschätzenden Berechnungen bereits im aktuellen Betrieb unabhängig von einem Lärmschutzbereich signifikante Fluglärmimmissionen im in Planung befindlichen Baugebiet ‚Ostfeld‘ ergeben.“

Schreiben des Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen vom 11.02.2020
Anlage_2_zu_SV_NR_20-V-04-0007_HMWEVW_vom-11022020_Seite_1
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Tier- und Pflanzenwelt im „Ostfeld“

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Flora und Fauna im geplanten Baugebiet „Ostfeld/Kalkofen“ geben.

Hierzu finden sie drei anschauliche Karten aus den Anlagen zum „Artenschutzgutachten, Bilanzierungs- und Ausgleichskonzept Ostfeld“ welche einen guten Überblick über die Artenvielfalt und die naturschutzrechtlichen Restriktionen im Gebiet „Ostfeld/Kalkofen“ geben.

Die Karten wurden vom „Büro für Angewandte Landschaftsökologie, Berthold Hilgendorf“ aus Eppstein im Auftrag der SEG erstellt. Herausgeberin der „Vorbereitenden Untersuchungen“ ist die Landeshauptstadt Wiesbaden.

Bewertung naturschutzrechtlicher Restriktionen
Bewertung naturschutzrechtlicher Restriktionen
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„Hände weg von Os/Ka“ besteht auf Konzept zur Wasserversorgung

„Von allen Restriktionen, die in Summe gegen das Projekt Ostfeld sprechen, ist die Wasserknappheit aktuell die präsenteste“, so Stefan Büchel für die Initiative „Hände weg von Os/Ka“.

Büchel, Ornithologe und Mitglied im Cyperus 1901 e.V., der sich in der Anti-Ostfeld-Initiative engagiert: „Wir haben uns mit Ernst Kluge, dem ehemaligen Mitarbeiter des Umweltamtes Wiesbaden und Spezialist für heimischen Gewässer, im Cyperus getroffen, um dessen Einschätzung für die Situation unserer Quellen zu bekommen.“
Kluge: „Nach all meinen Erfahrungen und Beobachtungen kann ich nur mit Nachdruck feststellen: Wird die gravierende Baumaßnahme Ostfeld durchgeführt, sind die Cyperus-Quellen höchst gefährdet. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit trocken fallen.

Was das – auch für den Tierpark Kastel – bedeutet, liegt nahe: das Ende der Existenz. Büchel: „Ohne unsere Quellen sitzen wir und der Tierpark wahrlich auf dem Trockenen. Das mehrfach geforderte hydrologische Gutachten und das Konzept zur Wasserversorgung muss vor einer Grundsatzentscheidung Ostfeld von der SEG und dem Baudezernenten auf den Tisch gelegt werden. Als Architekt ist mir zum Beispiel auch bewusst, dass der Brandschutz eine große Rolle spielt und bedacht werden muss. Wo ist die entsprechende Infrastruktur? Und das Wasser?“
Büchel weiter: „Wie Politiker und vor allem die Grünen sich in Anbetracht der Offensichtlichkeit und Aktualität der Probleme für das Projekt Ostfeld entscheiden können, ist meines Erachtens nur mit grob fahrlässiger Ignoranz, Naivität oder rein politischem Kalkül zu erklären, bestimmt aber nicht durch mangelnde Information.“

Gottfried Schmidt, Sprecher von „Hände weg von OsKa“: „Wir sind entsetzt, mit welcher Oberflächlichkeit über unser aller Zukunft entschieden werden soll. Wir bitten eindringlich alle Kommunalpolitikerinnen und -politiker: Entscheiden Sie nicht, ohne alle relevanten Informationen zu haben. Drehen Sie Cyperus und Tierpark nicht das Wasser ab.

Verkehrsaufkommen zu den geplanten bzw. entstandene Neu- und Baugebiete rund um die Verkehrswege „Ostfeld“

Gegenwärtig entstehen im Baugebiet Hainweg in Nordenstadt (21 Hektar) 650 Wohneinheiten, dessen Verkehrsteilnehmer (geschätzte Gesamteinwohnerzahl ca. 2.500) sich zukünftig ihren Weg über Erbenheim suchen werden. Geschätzte Kfz/h: 5000

Im ehemaligen Dywidag Gelände (Erbenheim-Süd) werden auf 26 Hektar 450 Wohneinheiten (geschätzte Gesamteinwohnerzahl ca. 1500) und Gewerbe- und Dienstleister entstehen, die zu einem weiteren massiven Anstieg des Verkehrsaufkommens in Erbenheim führen werden; die geplante Brücke zum Kreuzberger Ring hin, wenn sie überhaupt gebaut wird, wird diese Belastung nicht mindern. Geschätzte Kfz/h 2000

Weiter in Planung ist ein neuer Stadtteil mit Gewerbegebiet „Ostfeld/Kalkofen“ mit einer geplanten Wohnbebauung mit 4762 Wohneinheiten für 8.000 bis 10.000 Einwohner und umfangreicher Gewerbe-und Industrieansiedlung (BKA ca. 5000 Mitarbeiter). Ebenfalls wird dokumentiert, dass dieses Gebiet ausschließlich über bereits vorhandene Straßen, die heute schon überlastet sind, angebunden werden soll (Verkehrsgutachten Herr Tielemann). Geschätzte Kfz/h: 13.800

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Stadtverordnete entscheiden gleich zweimal über Stadtklima

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Pressemitteilung zur Stadtverordnetenversammlung (StVV) am 17. September vom 29.08.2020 als .pdf


Pressemitteilung vom 29.08.2020

Beschlüsse zum Ostfeld und zum Schiersteiner Osthafen fallen in Wiesbaden am 17. September 2020 – Grüne lehnen Magistratsvorlage zum Ostfeld ab

Im Vorfeld der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung diskutieren die Wiesbadener Koalitionsparteien mindestens zwei Themen mit einschneidender Relevanz für das Stadtklima: Die Stadtentwicklungsmaßnahme (SEM) zum Ostfeld und den Bebauungsplan für den Schiersteiner Osthafen. Beide Entscheidungen sollen in der Sitzung am 17. September fallen. Sie werden sich unmittelbar vor allem auf die Menschen an der besonders vom Klimawandel betroffenen Rheinschiene in Wiesbaden und Mainz auswirken. Die Gemengelage unter den Koalitionsparteien ist zu beiden Vorhaben noch weitestgehend unklar. Doch die Wiesbadener Grünen haben sich nun offenbar zumindest gegen den Beschluss zur SEM für das Ostfeld ausgesprochen.

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Ostfeld: Die Zeit ist nicht reif

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Pressemitteilung zum Ostfeld vom 26.08.2020 als .pdf


Pressemitteilung vom 26.08.2020

Entscheidung über Enteignungsmaßnahme Ostfeld zum jetzigen Zeitpunkt unredlich – Beschluss stellt Stadt vor hohes juristisches und finanzielles Risiko

In der Stadtverordnetenversammlung am 17. September 2020 soll – aller Voraussicht nach – der förmliche Beschluss zu einer Entwicklungssatzung „Ostfeld “ erfolgen. Der Beschluss hat mehrere tiefgreifende Konsequenzen. Eine davon ist eine Vorfinanzierung für den Entwicklungsträger SEG (Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbh), für die im Haushalt 2020/21 Gelder in Höhe von insgesamt 5,4 Mio. Euro freigeben werden sollen. Gut investiertes Geld? Das Bündnis Stadtklima bezweifelt das und gibt den Ostfeld-Befürwortern zu bedenken: Die Zeit für diesen teuren Beschluss ist nicht reif!

Beschluss vor Entscheidung zur Citybahn widerspricht jeder Logik

Bis heute sind wesentliche Punkte der geplanten Ostfeld-Bebauung nicht abschließend geklärt. Dies gilt unter anderem für die verkehrliche Anbindung des Ostfelds an den ÖPNV. Der Anschluss an die Citybahn wurde vor allem von den Grünen als K.O.-Kriterium für das Ostfeld festgehalten. Erst im September 2019 hatte die Mitgliederversammlung des Kreisverbands Wiesbaden einen entsprechenden Beschluss getroffen, den selbst die Ostfeld-Befürworter der Partei mittrugen. Der Beschluss gilt bis heute und müsste – blieben die Grünen sich treu – unmittelbare Auswirkung auf den Zeitpunkt der Entscheidung zum Ostfeld haben. Denn erst am 1. November entscheiden Wiesbadens Bürgerinnen und Bürger, ob die Citybahn überhaupt gebaut wird. Einen kostenträchtigen Beschluss über das Ostfeld noch vor dieser Entscheidung über die Citybahn herbeizuführen, erscheint also unredlich – widerspricht aber mindestens jeder Logik.

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Problembewusstsein schaffen am Beispiel des Bauprojektes „Ostfeld“

Wie kommt es zu erneuten Diskussionen um das Ostfeld?
Aus dem Regionalplanungsentwurf Südhessen 1999, bei dem ein Gewerbegebiet an selber Stelle auf nur 19 ha abgelehnt worden ist, heißt es:

Begründung: Im Landschaftsplan auf Flächennutzungsplanebene werden gegen die Ausweisung dieses Bereiches als gewerbliche Baufläche erhebliche Bedenken in Bezug auf das Klima, den Arten- und Biotopschutz, das Landschaftsbild sowie die Ausweisungen auf Freizeit und Erholung vorgebracht. Außerdem steht die Darstellung im Widerspruch zum Abfallwirtschaftskonzept und dem Ausgleichsflächenbedarf für die Deponieerweiterung.“

Schreiben von Bürgermeister Goßmann vom 15. März 2000 an den Ortsbeirat Mainz-Kastel, Betreff: Beschluss Nr.: 99/0011 vom 21.01.1999 zum Regionalplanentwurf Südhessen 1999, Stellungnahme der LH Wiesbaden.

Ex-OB Sven Gerich, der in seiner Amtszeit die Planungen zum Ostfeld vorangetrieben hat, hat 2013 Roland Stöcklin auch in seine Position als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) gebracht.
Gute Verhältnisse hat man untereinander, darunter die Patenschaft vorhandener Kinder.[1] Gerich, der wegen Vorteilsnahme verurteilt wurde, hat nun einen neuen Job im Vertrieb einer Immobilienfirma. Einer großen Nummer im Baugeschäft.

20 Jahre später will man nun auf selbigem klimasensiblem Areal unbedingt 165 ha zu Gewerbe- und Wohngebiet (30-35 ha) verwandeln. Dabei werden Enteignungsmaßnahmen (SEM) durchgepeitscht, noch bevor klimarelevante Bedenken über die Folgen der Bebauung geklärt sind. Es ist ein 4 Mrd.-Projekt – das größte Bauprojekt Wiesbadens, das laut SEG mind. 72 Mio. Verschuldung mit sich bringen wird.
In Zeiten unabsehbarer wirtschaftlicher Krisen und dringender, hygienerelevanter Schulsanierungen ein hohes Risiko. Wer profitiert und wer verliert?


[1] Vgl. Ewald Hetrodt, S. 29.

Klima

Ostfeld/Kalkofen ist das größte, nicht versiegelte Frischluftquellgebiet Wiesbadens, d.h. hier wird in großem Umfang Frisch- und Kaltluft gebildet. Sie strömt den Hang hinab nach AKK, Biebrich und Mainz Innenstadt (und nimmt dabei auch die belastete Luft von Erbenheim mit).

Unterstützt wird diese Luft durch die massiven Kaltluftströme aus dem Taunus, die sich im Bereich des Ostfeldes nur noch in Höhen von ca. 20 Meter bewegen. Wird hier ein Stadtteil mit 5- bis 6- stöckigen Gebäuden errichtet, werden auch diese Ströme geblockt – und damit auch die Frischluft für Stadtteile mit ohnehin schon schlechter Luftqualität und die Kaltluft für die Stadtteile, die sich ohnehin durch die Klimaerwärmung dramatisch überhitzen, abgeschnitten (vgl. KLIMPRAX-Studie).

Damit würde den Bewohnern all dieser Stadtteile – rund 125.000 Menschen – die Grundversorgung mit Frisch- und Kaltluft genommen, was in Zeiten der Klimaerwärmung massive Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität all dieser Menschen hat.